Wie kam es zum Übergewicht?

Wie kam es zum Übergewicht?

Eine berechtigte Frage, die einem gestellt wird und eigentlich nicht überraschen dürfte. Warum wird jahrelang das Spiegelbild ignoriert?

Der Kopf hat das Talent, lange zu verdrängen, wenn was schief läuft.

Als ehemaliger Leistungssportler (Judo) stelle ich fest, dass man mit dem Problem nicht alleine dasteht. Es gibt einige Ex-Sportler wie zum Beispiel auch Fußballer, die später ordentlich zulegten. Auch im normalen/ unsportlichen Umfeld gibt es immer mehr, die die Kontrolle über das Körpergewicht verlieren. Demnach ist es nicht außergewöhnlich. Es ist offensichtlich nicht jedem so wichtig „perfekt/gesund“ auszusehen.

Ernährungsfehler als Ursache

Man genießt das Leben und nimmt nachfolgende Veränderungen nicht wahr oder/ und als gegeben hin. Die Versuchungen sind doch vielfältig. Die Industrie verwöhnt uns mit versteckten Fette- und Zuckerbomben. Wer nicht darauf achtet, kann schon die falsche für eine richtige Ernährung halten. Zu dieser Thematik gibt es viele Beiträge und Diskussionen überall. Die einen nutzen sie um zu verteufeln und andere wollen was neues/ gesünderes Präsentieren. Klares Denken/ Handeln wird so für die Verbraucher schwer gemacht. In Folge dessen eröffnen/ entstehen ständig neue Verdienstkonzepte der Wirtschaft die perfekt vermarktet werden.

Bewegungsmangel als Ursache

Der oft erwähnte Bewegungsmangel ist tatsächlich eine Ursache. Das Beweist sich dadurch, dass sich der Zustand sofort verändert, wenn mit regelmäßiger Aktivität begonnen wird. Zum Glück! So muss man nur die eigenen Gewohnheiten umstellen und schon ist der Körper wieder im Gleichgewicht, wenn es daran lag. Die Bewegung muss nicht unbedingt im Fitnessstudio erfolgen. Das natürlichste Training ist das Gehen/ Wandern. Weitere Angebote wären: Radfahren, Schwimmen, Nordic-Walking, Tanzen, Sportkurse, Vereinssport, Rudern, Gymnastik allein oder mit Partner/ Freunden und so weiter.

Wichtig ist nur, es muss regelmäßig passieren und man darf nie aufhören.

Unausgeglichenheit als Ursache

Stress, Nervosität und Ausnahmesituationen im Leben lassen einem schon die Gesundheit als den Augen verlieren. In solchen Momenten findet zum Beispiel Frust-essen und Genussmittel- sowie Arzneimittelmissbrauch statt. So ist es gut, mal mehr für sich zu tun um Überforderungen zu vermeiden. Professionelle Betreuung ist angebracht.

Die Konsequenz

Es wird denen erst bewusst, wenn die ersten Probleme auftauchen. Gesundheitlicher Natur oder in Form von Übergrößen beim Einkauf. Dann werden hoffentlich erst Gewohnheiten hinterfragt und die Notbremse gezogen.

Eine persönliche „Analyse“

Damals als Sportler war ich der leichteste Schwergewichtler mit knapp 95 kg bei 186 cm Körpergröße und sehr geringem Fettanteil. So musste ich mehr als genügend essen um das Gewicht nicht durch Training zu verlieren. Es fand sehr viel Bewegung und der entsprechende Energieumsatz statt. Kontrolle, im Sinne von einschränken beim Essen, war nicht notwendig. Was offensichtlich bis weit in das Leben nach dem Sport praktiziert und als richtig empfunden wurde. Essen war eine große Freude und durfte ungebremst sein.

Nach dem Leistungssport war keine Motivation und kein passendes Angebot mehr da um weiter zu machen. „Ganz oder gar nicht. “ Wenn, dann war man auf Höchstleistung getrimmt/ausgerichtet. Aus Spaß oder mit halber Kraft zu trainieren erschien unmöglich. Der Abbau des Körpers wurde am Anfang nicht wahrgenommen. Die Gewichtszunahme an sich begann mit dem ruhigen Familienleben. Geregelte gute Mahlzeiten dazu noch das Feierabendbierchen waren lange Futter für die heutigen Polster. Es wurde unterwegs am Tage der ein und andere Snack, ohne Bedarf oder Hunger, zu sich genommen. Das über einen großen Zeitraum aus Gewohnheit und zur Selbstbelohnung/ Seelentröster. Schließlich war Essen eine Kompensation zum stressigen Alltag. Demnach ist die falsche Ernährung schon mal eine gravierende Ursache.

Nach der bewegungsintensiven Phase folgte eine ruhigere Phase. Sport selbst gab es nicht mehr. Es wurde noch viel Fahrrad gefahren. Was deutlich weniger wurde als ein Auto vor der Tür stand. Beruf und private Dinge waren scheinbar/ offensichtlich wichtiger. So geriet die Bewegung ganz aus dem Visier.

Es kann die fehlende/ nachlassende Bewegung ebenso als Ursache der Gewichtszunahme benannt werden.

Über Jahre hinweg gehörte das Rauchen zu mir. Bis zu 20 Stück am Tag waren zum Ende dieser Zeit Routine. Über eine längere Zeit hinweg gab es Versuche damit aufzuhören. Es gelang dann doch noch. Ich erinnere mich, dass danach ein paar Kilos dazu kamen. Das Essen/ Naschen waren offensichtlich zum Ersatz geworden.

Unausgeglichenheit gab und gibt es bei jedem, oder? An dieser Stelle kann ich aus heutiger Sicherheit sagen, dass ein enormer Druck für wenig Wertschätzung bei der Arbeit aufgebaut wurde. Da man immer dem gerecht werden wollte und meinte, wenn ich das und das mache, wird es einem helfen. Dafür hatte ich wahrlich den falschen Beruf und Weg gewählt. Es half nur dem/r Praxisinhaber/in im wirtschaftlichen Bereich zu bleiben. Als Angestellte/r im Therapiebereich außerhalb von nach Tarif zahlenden Unternehmen, also den meisten Arbeitgebern, ist man völlig unterbezahlt! Das ist heutzutage auf politischer Ebene großes Thema. Leider Realität über 25 Jahre in meinem Arbeitsleben.

Selbst führte die krankmachende Situation im Berufsalltag ebenso/ indirekt zu Übergewicht.

Fazit: Nicht jeder hat die guten Umstände und kann sich ausreichend um sich selbst kümmern/ achten. Veranlagung spielen auch eine Rolle. Problem erkannt, Gefahr gebannt.

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